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LokalesBurscheidAktuelles
30. November 1999 - 00:00 Uhr
Talsperre: Politiker denken über Erhaltung nach
von Jürgen Heimann
Wie geht es weiter mit der ehemaligen Burscheider Talsperre? Statt des geplanten Rückbaus wird in der Kommunalpolitik plötzlich über eine Erhaltung nachgedacht.
 
 

Burscheid. Hubert Pischel, Projektleiter beim Wupperverband für den Rückbau der ehemaligen Burscheider Talsperre, kann den Wirbel nicht verstehen: „Warum soll jetzt das Ei des Kolumbus erneut gesucht werden?“ Alle Varianten für die Ausgleichsmaßnahme im Eifgental seien im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens in den vergangenen Jahren mit allen Bedenkenträgern durchgespielt worden – und es gebe einen Beschluss: schrittweiser Rückbau der Anlage.

Hintergrund der aufkeimenden Differenzen ist der Umgang mit dem Antrag des Rheinischen Amtes für Bodendenkmalpflege, die ehemalige Burscheider Talsperre als Bodendenkmal eintragen lassen (wir berichteten). Im Zusammenhang mit diesem Vorhaben werden nun auch wieder alte Varianten aus dem Schreibtisch geholt – eine von ihnen von Michael Baggeler in seiner Funktion als Vorsitzender des Ausschusses für Stadtentwicklung. Der CDU-Kommunalpolitiker möchte das Bauwerk später nicht nur auf einem entsprechenden Schild als Denkmal ausgewiesen haben wissen, sondern am liebsten in seiner heutigen Form erhalten. Um dennoch eine erfolgreiche Renaturierung im Sinne der ursprünglichen Ausgleichsmaßnahme herzustellen, den Eifgenbach wieder auf ein Niveau zu bekommen, favorisiert Baggeler folgende Idee: den Bach Richtung Wanderweg um das alte Stauwerk herumzuführen und damit zumindest an dieser Stelle in ein neues Bett zu legen. Hierzu müssten lediglich einige alte Nadelgehölze gerodet werden, der Eingriff in die Natur sei gering. Hubert Pischel ist anderer Meinung: „Das ist schwierig.“ Denn hierzu müsse ein Damm durchbrochen werden.

Überdenken könne man womöglich, die so genannten Wangen von der alten Talsperre stehen zu lassen, dazwischen aber die einstige Fischtreppe und die Staumauer abzutragen. Die ursprüngliche Idee sei aber gewesen: „Störende Betonteile sollten alle wegfallen.“ Und das Stück für Stück. Es gehe schließlich darum, einen „naturnahen Zustand“ wieder herzustellen. Das sei eine „hohe Wertigkeit“.

Der Wupperverband-Experte regt zudem an zu überlegen, was „Denk-mal“ im Wortsinne bedeutet. Es heiße ja nicht „Kuck-mal“. Tatsächlich würde sich auch durch die Betrachtung des Bauwerks wohl kaum jemanden erschließen, was sich hinter dem alten Wehr verbirgt. „Ein Beispiel für die Wasserversorgung der damaligen Zeit“, erläutert Michael Baggeler den Anlass für seine Anregung, die Pläne womöglich noch zu ändern. Das Wehr sei Bestandteil eines sich anschließenden „ausgeklügelten Pumpensystems“ gewesen, mit dem Wasser vom Eifgental in die Innenstadt befördert werden konnte. „Das war für Burscheid sehr wichtig.“

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